Lorenz Höhne und die Fasanerie von Borngrund

Im Jahr 1675 spielte Lorenz Höhne, ein Bauer aus Johnsdorf (tschechisch Habrovice | historische Karte) Haus Nr. 20 in Böhmen, eine Rolle bei der Entwicklung einer Fasanerie im nahe gelegenen, kleinen Dorf Borngrund (tschechisch Studánka | historische Karte). Graf Althan hatte den Plan gefasst, eine Fasanerie in Borngrund zu errichten. 

Eine Fasanerie ist ein Gehege, in dem Fasane gezüchtet werden. Im 17. Jahrhundert wurden Fasane in Böhmen vor allem als Nahrung für Adlige und wohlhabende Bürger gezüchtet. Auch die Federn der Fasane wurden insbesondere zur Dekoration genutzt. Die Fasanerie war oft Teil eines größeren Jagdgebiets und wurde von einem Jäger beaufsichtigt. Die Fasane wurden in Gehegen gehalten, die zumeist mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt waren und auch Wasserflächen boten. Eine Fasanerie war darüber hinaus ein beliebter Ort für die Jagd, aber auch für die Erholung und Entspannung.

Um diesem Vorhaben genügend Raum zu geben, war es notwendig, dass Lorenz Höhne einen Teil seines Ackerlandes in Borngrund an die Herrschaft abtrat. Als Kompensation für diesen Verlust erhielt Lorenz Höhne ein doppelt so großes Stück Land in der Region „Mastung“ („Mostniche“) nahe Johnsdorf.

Um die neu errichtete Fasanerie zu betreuen, wurde Matthes Schütze aus Troschig (tschechisch Strážky | historische Karte) angestellt. Für ihn wurde ein Wohnhaus in unmittelbarer Nähe zur Fasanerie errichtet.

Trotz aller Anstrengungen, eine erfolgreiche Fasanenzucht in Borngrund zu etablieren, erfüllte das Projekt nicht die Erwartungen. Im Jahr 1679 wurden die Fasane abgeschafft und die Fasanerie aufgegeben. Die genauen Gründe für das Scheitern der Fasanenzucht sind nicht dokumentiert, jedoch wird vermutet, dass der Lärm des nahegelegenen Ziegelofens die empfindlichen Vögel gestört haben könnte. Am 1. April 1679 verkaufte die Herrschaft den Fasangarten, das dazugehörige Wohngebäude und ein Stück Ackerland an ihren Hofbinder Christoph Berger.

Trotz der anfänglichen Rückschläge wurde im Jahr 1690 der Entschluss gefasst, die Fasanerie erneut zu errichten. Dafür wurde der Fasangarten der Witwe des Hofbinders entzogen, die jedoch als Ausgleich ein anderes, dreifach so großes Stück herrschaftliches Land erhielt.

Quellen