Das Richtergut in Leukersdorf: Ein Kapitel in der Geschichte der Familie Höhne

In der Geschichte der Familie Höhne spielt das Richtergut in Leukersdorf, einem damals deutschböhmischen Ort (heute Čermná in Tschechien), eine interessante Rolle. Dieses Bauerngut, das die Hausnummer 1 trug, war nicht nur ein landwirtschaftlicher Betrieb, sondern auch das Zentrum der lokalen Justiz. Der Eigentümer des Richterguts hatte besondere Rechte und Pflichten, insbesondere das Amt des Dorfrichters.

Die Geschichte des Richterguts ist auch mit der Familie Höhne verbunden. Am 10. Februar 1638 tauschte der damalige Eigentümer, Andreas Löbel, sein Richtergut gegen das Bauerngut von Kaspar Höhne (* etwa 1597 in München; † 23. Januar 1676 in München) aus dem nahe gelegenen Dorf München (tschechisch Mnichov). Fast genau ein Jahr später, am 9. Februar 1639, tauschte Kaspar Höhne das Richtergut gegen das Gut von Simon Günther aus Leukersdorf Nr. 34, wobei eine zusätzliche Zahlung involviert war.

Simon Günther bewirtschaftete das Richtergut für zehn Jahre, bevor er es am 25. Februar 1649 zurück an Kaspar Höhne (* etwa 1597 in München; † 23. Januar 1676 in München) tauschte. Kaspar Höhne blieb jedoch nicht lange Eigentümer des Richterguts. Bereits am 3. April 1650 tauschte er das Bauerngut Nr. 1 gegen eine deutlich höhere Zahlung zurück an Michael Löbel aus Leukersdorf Nr. 44. Michael Löbel wurde damit erneut Eigentümer des Richterguts und übernahm wieder das Amt des Ortsrichters.

Das Richteramt im ländlichen Raum war oft mit dem Besitz bestimmter Güter verbunden. Diese sogenannten Richtergüter waren in der Regel landwirtschaftliche Betriebe, deren Eigentümer besondere Rechte und Pflichten hatten.

Die Rechte eines Richters umfassten in der Regel die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit. Das bedeutete, dass der Richter für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit in der Gemeinde verantwortlich war. Er konnte kleinere Straftaten ahnden und Streitigkeiten zwischen den Dorfbewohnern schlichten. Oft hatte der Richter auch das Recht, bestimmte Abgaben und Gebühren zu erheben.

Die Geschichte des Richterguts in Leukersdorf gibt einen interessante Einblick in das Leben und die sozialen Strukturen in einem deutschböhmischen Dorf in der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

Quellen

  • Wenzel Plaschke: Geschichte des Richtergutes in Leukersdorf (Bauerngut Nr. 1). In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 2. Jahrgang, 1922, 2. Heft. Selbstverlag, 1922, S. 75ff.
  • Wenzel Plaschke: Die Ortsrichter von Leukersdorf. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 5. Jahrgang, 1925, 1. Heft. Selbstverlag, 1925, S. 20.
  • Wenzel Plaschke: Häusergeschichte von Leukersdorf. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 9. Jahrgang, 1929, 3. Heft. Selbstverlag, 1929, S. 111f.
  • Seite „Richtergut (Leukersdorf)“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Richtergut_(Leukersdorf)
  • im Text verlinktes Kartenmaterial des tschechischen Geoportals ČÚZK
  • Beitragsbild: fiktives, mit DALL·E 3 erstelltes Bild

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert