Der Höhne-Bach – eine Spurensuche

In einer kurzen Ortsbeschreibung zu Saara (tschechisch Žďár), einem kleinen böhmischen Ort in der Nähe von Böhmisch-Kahn (tschechisch Velké Chvojno), taucht eine bemerkenswerte Bezeichnung auf: der Höhne-Bach. Diese Nennung weckt besonderes Interesse, da es sich offensichtlich um einen Bach handelt, der den Namen einer ansässigen Familie trägt – ein Hinweis darauf, wie tief die Natur- und Kulturlandschaft mit den Menschen verbunden ist, die dort über Generationen lebten.

Die Beschreibung des Höhne-Bachs findet sich in einer historischen Quelle aus dem Jahr 1955, die eine Vereinigung des Teilwassers des Holzgrundes mit dem Namen Katzbach mit dem aus Arnsdorf kommenden Höhne-Bach erwähnt. Der Begriff ‚Teilwasser‘ bezeichnet in der Hydrologie und Geomorphologie einen kleinen Wasserlauf oder Seitenarm eines Baches oder Flusses, der sich oft in einem bestimmten Geländeabschnitt abzweigt oder aufteilt. Es handelt sich dabei in der Regel um kleine Gewässer, die Wasser aus einem größeren Hauptwasserlauf aufnehmen oder ihm zufließen. Häufig wird dieser Begriff in historischen und regionalen Beschreibungen verwendet, um bestimmte Nebenarme, Rinnsale oder Zubringerbäche zu bezeichnen.

Das Kaiserliche Pflichtexemplar des Ortes Arnsdorf aus dem Jahr 1843 zeigt lediglich den Verlauf des Katzbachs, der sich nördlich von Arnsdorf durch die Landschaft schlängelt und an dessen südlichen Ufern landwirtschaftliche Flächen liegen, die entsprechend den Eintragungen einen Franz Höhne als Besitzer ausweisen. Das ‚Kaiserliche Pflichtexemplar der Landkarten des stabilen Katasters‘ war ein zentrales kartographisches Werk im Habsburgerreich, das insbesondere für die Länder Böhmen, Mähren und Schlesien im 19. Jahrhundert angefertigt wurde. Es war Teil des sogenannten Stabilen Katasters (Stabile Kataster), der zwischen 1817 und 1861 in den österreichischen Kronländern erhoben wurde und diente vor allem der exakten Vermessung von Grund und Boden für steuerliche Zwecke.

Es liegt nahe, dass der Katzbach aufgrund dieser Ländereien der Höhne-Familie in Arnsdorf lokal als Höhne-Bach bezeichnet wurde und es sich somit um eine informelle Benennung handelt. Die Benennung von Landschaftselementen nach den Familien, die in der Umgebung lebten, war damals in Böhmen keine Seltenheit. Oft wurden Bäche, Wege, Flure oder Anwesen nach ansässigen Familien benannt, die in längerem, engen Bezug zu diesen standen. Solche Namen trugen zur regionalen Identität bei und bewahrten das Andenken an die Menschen, die diese Gebiete bewirtschafteten und prägten.

Auch die in der historisch aufgeführte offizielle Bezeichnung des Gewässers als Katzbach ist möglicherweise auf den Namen einer ansässigen Familie mit dem Nachnamen ‚Katze“ zurückzuführen, der in dieser Region öfter vorkam.

Der Höhne-Bach, wenngleich er klein und in den offiziellen Dokumenten unsichtbar geblieben sein mag, gehörte wahrscheinlich zu den Wasserläufen, die landwirtschaftlich von Bedeutung waren. Solche Bäche waren oft für die Bewässerung der Felder und als Wasserquelle für die Nutztiere unerlässlich. Die genaue Lage und Geschichte des Höhne-Bachs bleiben jedoch vorerst ein Rätsel. Weitere Recherchen in historischen Unterlagen oder die Untersuchung weiterer Flurkarten könnten Aufschluss darüber geben, wie dieser Wasserlauf in die historische Landschaft eingebettet war.

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