Im böhmischen Ort Leukersdorf (tschechisch Čermná), wo der Lotharsteig die alte Poststraße kreuzt, wurde im Jahr 1863 von den Eheleuten Josef Franz Höhne (* 19. März 1825 in Leukersdorf; † 4. Dezember 1909 in Leukersdorf) und Agnes Höhne, geborene Rehn (* 24. November 1823 in Saara; † 14. November 1903 in Leukersdorf) aus Leukersdorf Nr. 18 ein steinernes Kreuz errichtet.
Nach einer historischen Überlieferung befand sich an genau dieser Stelle einst eine Kapelle, die als Arme-Sünder-Kapelle bekannt war. Die Kapelle hatte eine besondere Bedeutung, da verurteilte „arme Sünder“ hier ihr letztes Gebet verrichteten und ein Glas Wein zur Stärkung erhielten, bevor sie zu einer nahegelegenen Richtstätte am Hegerberg geführt wurden.
Im Laufe der Zeit geriet die Kapelle jedoch in Verfall. Deren Steine sollen im Jahr 1850 zur Konstruktion des Hauses Nr. 58 in Leukersdorf wiederverwendet worden sein. Bilder oder Statuen der Kapelle sollen sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Haus Nr. 27 in Leukersdorf befunden haben.
Quellen
- Wenzel Plaschke: Sagen aus Leukersdorf. Von der Armen-Sünder-Kapelle. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 7. Jahrgang, 1927, 3. Heft. Selbstverlag, 1927, S. 118 f.
- im Text verlinktes Kartenmaterial des tschechischen Geoportals ČÚZK
- Die im Text verlinkten Kirchenbücher sind Teil des tschechischen Státní oblastní archiv Litoměřice (Staatliches Gebietsarchiv Litomerice).
- Beitragsbild: fiktives, mit DALL·E 3 erstelltes Bild