Im böhmischen Ort Türmitz (tschechisch Trmice), der an der westlichen Stadtgrenze von Aussig (tschechisch Ústí nad Labem) an einer Flussschleife der Biela (tschechisch Bílina) liegt, spielten Mitglieder einer Höhne-Familie im Kontext der Kohlenförderung eine Rolle.
Ignatz Höhne, ein Grundbesitzer, war einer der Pioniere bei der Erschließung der Braunkohlevorkommen in der Region. Gemeinsam mit dem Seifensieder Franz Anton Meixner begann er 1798, ein Braunkohlenlager auf der Flur Rabenei auszubeuten. Die Beteiligung Höhnes markierte den Beginn einer intensiveren und gezielten Nutzung der Kohleressourcen in der Gegend, die zuvor eher beiläufig erfolgte.
Ignatz Höhne verstarb 1815 im Alter von 73 Jahren. Sein Leben wurde von einer schweren Tragödie überschattet, da er kurz zuvor den Tod seines Sohnes Josef Höhne verkraften musste. Josef Höhne, der das väterliche Anwesen und die Kohlegrube übernehmen sollte, kam am 4. März 1814 im Alter von nur 33 Jahren bei einem Bergwerksunglück ums Leben. Die Todesursache war eine Vergiftung durch Kohlendunst im Schacht, was auf die damals mangelnden Sicherheitsstandards im Bergbau hinweist. Dieser Vorfall verdeutlicht exemplarisch die Gefahren, mit denen die ersten Kohlenarbeiter, die zumeist Handwerker oder Landwirte ohne bergmännische Vorkenntnisse waren, bei der Förderung konfrontiert waren.
Eine Vergiftung durch Kohlendunst im Kohlebergbau (auch „Wetterschlag“ genannt) entsteht, wenn sich giftige Gase wie Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO₂) oder Methan (CH₄) in der Grube ansammeln. Besonders gefährlich ist Kohlenmonoxid, da es farb- und geruchlos ist und den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Dies führt zunächst zu Kopfschmerzen und Schwindel, später zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung, was ohne Rettung tödlich endet. Kohlendioxid ist ebenfalls riskant, da es schwerer als Luft ist und den Sauerstoff in der Atemluft verdrängt, was eine Erstickung ohne Vorwarnung zur Folge haben kann. Methan wiederum ist zwar nicht direkt giftig, kann aber in hohen Konzentrationen explosionsgefährlich sein. Eine Vergiftung verläuft meist schleichend: Zunächst treten Müdigkeit und Kopfschmerzen auf, dann Atemnot und Bewusstlosigkeit. Ohne rechtzeitige Rettung führt die Erstickung oder Vergiftung zum Tod. Um dies zu verhindern, werden im modernen Bergbau Lüftungssysteme eingesetzt, die für frische Luft sorgen, sowie CO-Warngeräte und Atemschutzgeräte, die den Bergleuten im Notfall Schutz bieten.
Die Kohleförderung in Türmitz nahm bereits Ende des 18. Jahrhunderts ihren Anfang und gewann insbesondere im 19. Jahrhundert erheblich an wirtschaftlicher Bedeutung. Zu Beginn wurde die Kohle primär von lokalen Handwerkern und Landarbeitern erschlossen, die aufgrund fehlender bergmännischer Erfahrung häufig Unfällen ausgesetzt waren. 1827 kam es beispielsweise zu einem schweren Schachteinsturz, bei dem zwei Arbeiter erst nach vier Tagen lebend geborgen wurden. Die Kohleförderung wurde im Laufe der Zeit professionalisiert, besonders unter der Leitung der gräflichen Familie von Nostitz. Graf Albert von Nostitz setzte ab 1841 verstärkt auf den systematischen Kohleabbau, indem er technische Neuerungen einführte und den Abtransport per Bahn ermöglichte. Bereits 1862 waren 160 Bergleute in Türmitz tätig, und die jährliche Fördermenge betrug 1,33 Millionen Zentner. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Kohleförderung mit einer Produktion von 2,75 Millionen Doppelzentnern unter Gräfin Maria Antonia Gabriele Sylva-Tarouca einen neuen Höhepunkt.
Quellen
Anton Tscherney, In: Beitrag zur Geschichte der Stadt Türmitz, Hrsgb. Josef Bertig, Türmitz 1909.
Von der Kohlenförderung in Türmitz, Aussiger Bote, 72. Jahrgang 2020, Folge 5, Seite 141ff.
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In einer kurzen Ortsbeschreibung zu Saara (tschechisch Žďár), einem kleinen böhmischen Ort in der Nähe von Böhmisch-Kahn (tschechisch Velké Chvojno), taucht eine bemerkenswerte Bezeichnung auf: der Höhne-Bach. Diese Nennung weckt besonderes Interesse, da es sich offensichtlich um einen Bach handelt, der den Namen einer ansässigen Familie trägt – ein Hinweis darauf, wie tief die Natur- und Kulturlandschaft mit den Menschen verbunden ist, die dort über Generationen lebten.
Die Beschreibung des Höhne-Bachs findet sich in einer historischen Quelle aus dem Jahr 1955, die eine Vereinigung des Teilwassers des Holzgrundes mit dem Namen Katzbach mit dem aus Arnsdorf kommenden Höhne-Bach erwähnt. Der Begriff ‚Teilwasser‘ bezeichnet in der Hydrologie und Geomorphologie einen kleinen Wasserlauf oder Seitenarm eines Baches oder Flusses, der sich oft in einem bestimmten Geländeabschnitt abzweigt oder aufteilt. Es handelt sich dabei in der Regel um kleine Gewässer, die Wasser aus einem größeren Hauptwasserlauf aufnehmen oder ihm zufließen. Häufig wird dieser Begriff in historischen und regionalen Beschreibungen verwendet, um bestimmte Nebenarme, Rinnsale oder Zubringerbäche zu bezeichnen.
Das Kaiserliche Pflichtexemplar des Ortes Arnsdorf aus dem Jahr 1843 zeigt lediglich den Verlauf des Katzbachs, der sich nördlich von Arnsdorf durch die Landschaft schlängelt und an dessen südlichen Ufern landwirtschaftliche Flächen liegen, die entsprechend den Eintragungen einen Franz Höhne als Besitzer ausweisen. Das ‚Kaiserliche Pflichtexemplar der Landkarten des stabilen Katasters‘ war ein zentrales kartographisches Werk im Habsburgerreich, das insbesondere für die Länder Böhmen, Mähren und Schlesien im 19. Jahrhundert angefertigt wurde. Es war Teil des sogenannten Stabilen Katasters (Stabile Kataster), der zwischen 1817 und 1861 in den österreichischen Kronländern erhoben wurde und diente vor allem der exakten Vermessung von Grund und Boden für steuerliche Zwecke.
Es liegt nahe, dass der Katzbach aufgrund dieser Ländereien der Höhne-Familie in Arnsdorf lokal als Höhne-Bach bezeichnet wurde und es sich somit um eine informelle Benennung handelt. Die Benennung von Landschaftselementen nach den Familien, die in der Umgebung lebten, war damals in Böhmen keine Seltenheit. Oft wurden Bäche, Wege, Flure oder Anwesen nach ansässigen Familien benannt, die in längerem, engen Bezug zu diesen standen. Solche Namen trugen zur regionalen Identität bei und bewahrten das Andenken an die Menschen, die diese Gebiete bewirtschafteten und prägten.
Auch die in der historisch aufgeführte offizielle Bezeichnung des Gewässers als Katzbach ist möglicherweise auf den Namen einer ansässigen Familie mit dem Nachnamen ‚Katze“ zurückzuführen, der in dieser Region öfter vorkam.
Der Höhne-Bach, wenngleich er klein und in den offiziellen Dokumenten unsichtbar geblieben sein mag, gehörte wahrscheinlich zu den Wasserläufen, die landwirtschaftlich von Bedeutung waren. Solche Bäche waren oft für die Bewässerung der Felder und als Wasserquelle für die Nutztiere unerlässlich. Die genaue Lage und Geschichte des Höhne-Bachs bleiben jedoch vorerst ein Rätsel. Weitere Recherchen in historischen Unterlagen oder die Untersuchung weiterer Flurkarten könnten Aufschluss darüber geben, wie dieser Wasserlauf in die historische Landschaft eingebettet war.
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Quellen
Emil Richter, In: Kleine Ortskunde für den Stadt- und Landkreis Aussig (17. Fortsetzung). Saara., Aussiger Bote, 7. Jahrgang, 8. Folge, Helmut Preußler Verlag, August 1955, Seite 283.
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Hinweise
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Zwischen 1945 und 1946 wurden die meisten deutschböhmischen Bewohner, darunter auch die Einwohner des Ortes Arnsdorf (heute Arnultovice in Tschechien), im Zuge der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei aus ihrer Heimat zwangsausgesiedelt. Die Mehrheit dieser Vertriebenen suchte Zuflucht in den Gebieten des heutigen Deutschlands.
Im deutschböhmischen Ort Arnsdorf lebten auch Angehörige der Familie Höhne. Der erste Bewohner war mit hoher Wahrscheinlichkeit Hans Franz Höhne (* 10. März 1735 in Leukersdorf; + nach 12. April 1784), der aus Leukersdorf nach Arnsdorf zog. Am 2. Februar 1762 heiratete Franz in Arnsdorf Anna Veronica Ekelt (* vor 1744; + nach 12. April 1784) und übernahm den Bauernhof ihrer Eltern in Arnsdorf, der später mit der Hausnummer 16 bezeichnet wurde.
Veronica und Franz hatten insgesamt elf Kinder, die wohl alle auf dem Hof in Arnsdorf geboren wurden. Ihr erstgeborenes Kind, Hans Franz Höhne, erblickte am 21. Februar 1763 das Licht der Welt und wurde bereits einen Tag später, am 22. Februar, in der Allerheiligenkirche von Arnsdorf getauft. Zwei Jahre später wurde am 4. November 1764 ihre Tochter Veronica geboren, die ebenfalls bald nach ihrer Geburt, am 5. November, in derselben Kirche getauft wurde. Im Januar 1767 kam das dritte Kind der Familie, Theresia Höhne, zur Welt. Sie wurde am 16. Januar 1767 geboren und am nächsten Tag, dem 17. Januar, in der Allerheiligenkirche getauft. Auch Anna Maria Höhne, die am 5. März 1769 geboren wurde, wurde am Tag nach ihrer Geburt in der örtlichen Kirche getauft, genauer am 6. März 1769. Das fünfte Kind der Familie, Anna Dorothea Höhne, wurde am 21. Februar 1771 getauft und wurde wahrscheinlich am selben Tag oder wenige Tage zuvor geboren. Teilweise wurden in den Kirchenbüchern nur die Datumsangaben der Taufen aufgeschrieben. Zwei Jahre später folgte Johann Joseph Höhne, der am 15. Juli 1773 in Arnsdorf getauft wurde. Ein tragisches Schicksal ereilte die Familie mit ihrem Sohn Franz Anton Höhne, der am 5. Oktober 1775 getauft wurde, aber bereits nach nur wenigen Monaten, am 26. März 1776, verstarb. Die Familie musste im Verlauf der Jahre mehrere solcher Verluste ertragen, darunter auch ihre Tochter Apollonia, die am 2. Februar 1777 getauft wurde und am 27. Februar 1780 im Alter von drei Jahren verstarb. Ein weiterer Sohn, ebenfalls Franz Anton genannt, wurde am 5. April 1779 getauft, doch auch er starb früh, am 27. September 1780. Ihr nächster Sohn, Anton Höhne, getauft am 6. April 1781, überlebte. Anton übernahm später den elterlichen Hof und heiratete Maria Elisabeth Steppe (* 21 Mai 1777; + nach 1. Oktober 1823). Das letzte Kind der Familie, Franz Joseph Höhne, wurde am 12. April 1784 getauft.
Elisabeth und Anton bekamen insgesamt zehn Kinder, nachdem Anton den Hof seines Vaters übernommen hatte. Ihr erstes Kind, Franz Joseph Höhne, wurde am 13. Dezember 1801 in Arnsdorf geboren und am darauffolgenden Tag in der Allerheiligenkirche getauft. Über sein Leben ist bekannt, dass er nach dem 12. Januar 1854 verstarb und verheiratet war mit M. Anna Zimmler aus Mörkau. Ihr zweites Kind, Franz Anton Höhne, kam am 10. Juli 1803 zur Welt und wurde am gleichen Tag in der Allerheiligenkirche getauft. Von seinem späteren Leben liegen keine weiteren überlieferten Informationen vor. Das dritte Kind, Wenzl Höhne, wurde am 30. Januar 1805 geboren und am 31. Januar 1805 getauft. Er starb nach dem 10. Januar 1860 und war verheiratet mit Agnes Böhme (* 3. Juli 1810 in Arnsdorf; + ?) aus Arnsdorf Nr. 19. Wenzl zog später in Haus Nummer 44 in Arnsdorf und war ein Häusler. Das vierte Kind, Ignatz Höhne, wurde am 29. November 1806 geboren und am 30. November 1806 getauft. Auch über sein späteres Leben liegen keine weiteren Informationen vor. Theresia Höhne, das fünfte Kind, wurde am 10. Juni 1808 geboren und am 11. Juni 1808 in der Allerheiligenkirche getauft. Über ihr weiteres Leben sind bislang keine belegten Informationen überliefert. Da das folgende Kind ebenfalls den Namen Theresia erhielt, ist es wahrscheinlich, dass sie vor der Geburt ihrer Schwester verstarb. Das sechste Kind, ebenfalls Theresia genannt, wurde am 21. April 1810 geboren und am 22. April 1810 getauft. Sie heiratete am 10. November 1835 Joseph Hahmann, einen Bauern aus Arnsdorf Nummer zehn. Ihr Ehemann war der Sohn von Joseph Hamann und Theresia Damaschke. Aus dieser Ehe gingen mindestens zwei Kinder hervor. Franz Anton Höhne, das siebte Kind, wurde am 9. November 1811 geboren und am 10. November 1811 getauft. Auch zu seinem Leben gibt es bislang keine weiteren überlieferten Informationen. Franz Xaver Höhne, geboren am 4. Juni 1815, war das achte Kind der Familie. Er wurde am 5. Juni 1815 getauft und heiratete am 29. Januar 1839 Maria Josepha Anders (* 1. Juli 184 in Deutsch Kahn; + nach 14. September 1848) aus Deutsch Kahn Nr. 32. Franz führte den elterlichen Hof weiter und wurde später als Gemeindevorsteher von Arnsdorf erwähnt. Er starb zwischen dem 28. Oktober 1862 und dem 17. Januar 1865. Das neunte Kind, Maria Anna Höhne, wurde am 11. Dezember 1819 geboren und am 12. Dezember 1819 in der Allerheiligenkirche getauft. Sie heiratete Franz Lehmann (* 12. Oktober 1818 in Arnsdorf; + ?) aus Arnsdorf Nr. 31 am 19. Mai 1840. Das zehnte und jüngste Kind, Ferdinand Höhne, wurde am 1. Oktober 1823 geboren und am selben Tag in der Allerheiligenkirche getauft. Sein weiteres Leben bleibt ungewiss, da bislang keine weiteren Informationen überliefert sind.
Josepha und Franz bekamen zumindestens vier Kinder, nachdem Franz den Hof seines Vaters übernommen hatte. Ihr erstes Kind, Maria Anna Höhne, wurde am 11. März 1840 in Arnsdorf Nr. 16 geboren und am 12. März 1840 in der Allerheiligenkirche getauft. Sie blieb bis zu ihrer Heirat mit Karl Thiele (* 23. Februar 1830 in Deutschkahn; + ?), am 28. Oktober 1862, in Arnsdorf. Karl Thiele stammte aus Deutsch Kahn Nr. 24. Das zweite Kind von Josepha und Franz, Franz Höhne, wurde am 28. August 1842 in Arnsdorf Nr. 16 geboren und am 29. August 1842 getauft. Franz war zwischenzeitlich Wirtschaftsbesitzer in Arnsdorf Nr. 10 und zog später nach Gratschen Nr. 1, wo er ebenfalls Wirtschaftsbesitzer war. Er starb am 11. November 1914 in Gratschen Nr. 1 und wurde in Seesitz beerdigt. Am 22. November 1864 heiratete er Carolina Watzke (* 13. Februar 1842; + 7. März 1922), mit der er seine eigene Familie gründete und in Gratschen lebte. Das dritte Kind, Emanuel Höhne, wurde am 27. August 1845 in Arnsdorf geboren und ebenfalls in der Allerheiligenkirche getauft. Über sein weiteres Leben liegen bislang keine weiteren Informationen vor. Das vierte und bislang bekannte jüngste Kind der Familie, Maria Höhne, wurde am 13. September 1848 in Arnsdorf geboren und am 14. September 1848 in der Allerheiligenkirche getauft. Sie heiratete am 20. April 1869 Franz Czedir (* etwa Januar 1846; + ?)). Die Hochzeit fand ebenfalls in der Allerheiligenkirche in Arnsdorf statt.
Nach der Vertreibung der Deutschböhmen aus der Tschechoslowakei wurden die Bewohner des deutschböhmischen Ortes Arnsdorf in verschiedenen Regionen Deutschlands angesiedelt. Von den 51 erfassten Familien fanden die meisten, nämlich 29 Familien, eine neue Heimat in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere acht Familien zogen nach Thüringen, während vier Familien in der Provinz Sachsen und zwei Familien in Sachsen angesiedelt wurden. Einzelne Familien fanden in Hessen (eine Familie), Mittelfranken (drei Familien), Oberfranken (drei Familien) und der Oberpfalz (eine Familie) eine neue Bleibe.
Die Provinz Sachsen war eine preußische Provinz und existierte als solche bis zur Auflösung Preußens nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie lag im zentralen Teil Deutschlands und umfasste Gebiete, die heute hauptsächlich zu Sachsen-Anhalt gehören. Die Provinz Sachsen wurde 1816 nach dem Wiener Kongress gegründet und bestand aus den Regierungsbezirken Magdeburg, Merseburg und dem Herzogtum Sachsen (Anhalt). Wichtige Städte in dieser Provinz waren Magdeburg, Halle (Saale) und Dessau. Nach 1945 wurde die Provinz Sachsen durch die Sowjetische Besatzungsmacht neu organisiert und in die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgeteilt. Teile der Provinz wurden auch in das neu geschaffene Land Brandenburg eingegliedert.
Die Geschichte der Familie Höhne, ebenso wie die vieler anderer deutschböhmischer Familien, ist stark von den politischen Umwälzungen im 20. Jahrhundert geprägt. Nach der Vertreibung der deutschböhmischen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele der einstigen Bewohner von Arnsdorf in verschiedenen Teilen Deutschlands eine neue Heimat. Bislang ist unklar, wohin die Höhne-Familien nach der Vertreibung tatsächlich gezogen sind.
Die Aufzeichnungen über die Familie Höhne geben jedoch Einblick in die familiären Strukturen, das bäuerliche Leben und die historischen Schicksale, die das Leben der Menschen in dieser Region über Generationen hinweg prägten.
Podcast
Quellen
Oskar Laurich, In: Wie Flugsamen verweht. Aussiedlung uns Streuung unserer Landsleute., Aussiger Bote, 5./6. Heimatbrief, Helmut Preußler Verlag, 1949, Seite 7ff.
Archiv Leitmeritz Sig. 147/16 – Tauf-, Trauungs-, Sterberegister – katholische Kirche Gartitz – 1746-1784
Archiv Leitmeritz Sig. 147/17 – Geburtsregister – katholische Kirche Gartitz – 1784-1848
Archiv Leitmeritz Sig. 147/36 – Traumatrikel – katholische Kirche Gartitz – 1784-1924
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Der Oberlehrer Anton Höhne (* 10. Dezember 1869; † 3. September 1947 in Lehmkuhlen) aus dem deutschböhmischen Ort Tellnitz (tschechisch Telnice), verfasste im Jahr 1927 für den Männergesangsverein Tellnitz das nachfolgende Heimatlied:
Mein liebes Tellnitztal
Kommst du von Süden her und gehst die Straße quer, triffst du ins Tal, wo mir’s gefällt. Dort wo die Buchen rauschen und die Menschen lauschen dem Gesang der Vogelwelt, dort grüss mir tausendmal mein liebes Tellnitztal mit seinen Bergen und Wäldern wunderschön!
Wo fromme Menschen leben, die nur nach Gutem streben, da fühlst du ihn, der Treue Sinn. wo Männer und die Frauen auf Ihren Gott vertrauen, da wohnet Glaub’ und Liebe drin. das findst du tausendmal im lieben Tellnitztal mit seinen Bergen und Wäldern wunderschön.
Kommst du gleich aus der Fern’ sieht dich ein jeder gern auf all‘ den Wegen zieh’n. „Am schönsten ist es hier!“ Es ruft’s die Blume dir, auch summt’s das Bienlein drin. „O komm‘ recht vielemal ins liebe Tellnitztal mit seinen Bergen und Wäldern wunderschön.”
Oft in der Jugendzeit war mir’s ein Zeitvertreib zu singen hier im Waldrevier. Und jetzt nach langen Jahren im Leid nicht unerfahren, möcht weilen ich noch lange hier. 0 gönn’ mir’s tausendmal mein liebes Tellnitztal mit deinen Bergen und Wäldern wunderschön.
Wenn dich der Kummer plagt und Sorg’ am Herzen nagt, dann geh‘ nur rasch hinein ins Dorfkirchlein. Dort wird dir leicht um’s Herz, verschwindet bald dein Schmerz und du wirst wieder fröhlich sein. Dies geschieht dir tausendmal im schönen Tellnitztal mit seinen Bergen und Wäldern wunderschön.
Wenn ich am Lebensend’ in dir ein Plätzchen fänd‘ zur lang ersehnten Ruh, dann bitte ich dich sehr, ja, ich verlang’ nicht mehr: “Mit deiner Erde deck’ mich zu!” Dann dank ich tausendmal dir liebes Tellnitztal mit deinen Bergen und Wäldern wunderschön.
Der Liedtext von „Mein liebes Tellnitztal“ von Anton Höhne ist eine poetische Würdigung des gleichnamigen Tales. Der Text reflektiert tiefe Heimatverbundenheit und Naturverbundenheit, die durch lyrische Beschreibungen der Landschaft und des Gemeinschaftslebens zum Ausdruck kommen. Die wiederholte Beschreibung des Tals als „wunderschön“ unterstreicht die emotionale Bindung des Autors zu dieser Gegend. Das Lied hebt zentrale Werte wie Treue, Glaube und Liebe hervor, die in der Gemeinschaft des Tales gelebt werden. Es thematisiert auch universelle menschliche Erfahrungen wie Freude, Trost und den Wunsch nach einem letzten Ruheplatz in der Heimat. Dieses Lied ist somit nicht nur eine Hymne auf eine spezifische Landschaft, sondern auch auf die dortigen sozialen und spirituellen Werte.
Anders als in der letzten Strophe des Liedes ausgeführt wurde Anton Höhne nicht im Tellnitztal begraben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er seinen Wohnort aufgrund der Vertreibung der deutschböhmischen Bevölkerung in den Jahren 1945 bis 1946 verlassen musste und infolge nach Deutschland aussiedelte, wo er im Ort Lehmkuhlen in Mecklenburg-Vorpommern am 3. September 1947 im Alter von 77 Jahren verstarb.
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Quelle
Mein liebes Tellnitztal. In: Aussiger Bote, von Franz Sterschik (Hrsg.): Heimatblätter der Vertriebenen aus dem Stadt- und Landkreis Aussig an der Elbe. Folge 2. Selbstverlag, Februar 1949, S. 11.
Mein liebes Tellnitztal. In: Aussiger Bote, von Aussiger Bote e.V. (Hrsg.): Heimatblätter der Vertriebenen aus dem Stadt- und Landkreis Aussig an der Elbe. Jahrgang. Folge 10. 65. Jahrgang. Selbstverlag, Oktober 2013, S. 11.
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Die Geschichte der Philippmühle lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die Mühle, gelegen in Deutsch-Welhotta Nr. 31, befindet sich am rechten Ufer des Mühlgrabens des Hummelbaches. In den lateinischen Matriken der Pfarrkirche Proboscht ist sie als „mola Philippina“ erwähnt. Ursprünglich war sie Teil des Bauerngutes Nr. 17 in Sulloditz, bis sie während des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurde. Bis zum 27. Februar 1878 wurde sie als Anwesen Nr. 23 der Gemeinde Sulloditz geführt.
Die Geschichte der Mühle kann teilweise am Mühlzins nachvollzogen werden, der in alten Dokumenten verzeichnet ist. Martin Weiß, ein früherer Eigentümer des Bauerngutes Nr. 17, schuldete diesen Zins der Obrigkeit in Skalken. Nachdem er sein verödetes Gut aufgegeben hatte, heiratete er die Witwe des Bauern Seemann des Bauernguts Nr. 19. 1653 überließ er den Besitz an seinen Stiefsohn Hawel Seemann. Der ausstehende Mühlzins wurde schließlich 1670 aus den Erbgeldern seiner Tochter Lida (Ludmilla) beglichen.
Das Anwesen Nr. 17, zu der die verlassene Mühle gehörte, wechselte nach ihrem Verfall mehrfach den Besitzer, bis sie 1689 an Wenzel Philipp, den Besitzer des Guts Nr. 16, überging. Nach seinem Tod im Jahr 1703 übernahm sein Sohn Hans Philipp das väterliche Gut Nr. 16, während sein anderer Sohn Wenzel Philipp im Jahr 1705 die Wirtschaft Nr. 17 mit der zerstörten Mühle erwarb. Wenzel erbaute um 1718 die Mühle an ihrer ursprünglichen Stelle neu. Sie wurde 1719 fertiggestellt und als sein Eigentum ins Grundbuch eingetragen.
Nach Wenzel Philipps Tod im Jahr 1764 erbte sein gleichnamiger Sohn die Mühle, zu der mittlerweile auch eine Ölmühle gehörte. Unter seinem Sohn Anton Philipp, der 1780 Besitzer wurde, geriet das Mühlgut jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und verkam erneut. 1807 musste es zwangsversteigert werden und ging an Josef Weiß aus Neudörfel (bei Hummel). Von der Mühle verblieb in der Folge wohl nur eine Herberge.
Im Jahr 1848 ging das Anwesen von Josef Weiß auf dessen Wirtschafterin Josefa Höhne († 1890) aus Spansdorf über. Mit einiger Wahrscheinlichkeit heiratete Josefa später einen Wenzel Köckert, der sodann entsprechend den Bräuchen der Zeit offizieller Besitzer wurde. 1892 erwarb Anna Tröster das Anwesen, die zwei Jahre später 1894 Anton Pieschel ehelichte. Ab 1922 war deren Sohn Josef Pieschel Besitzer des Anwesens.
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Quelle
Emil Richter: Mühlen im Großpriesner Tal. 6. Philippmühle. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 18. Jahrgang, Nr. 4. Selbstverlag, 1938, S. 140 f.
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Historischen Dokumenten zufolge beherbergte das Dorf Hungertuch (tschechisch Hladov), das nördlichste in Böhmen gelegene Dorf, einen herrschaftlichen Jäger namens Josef Höhne (auch Hehne geschrieben) (* etwa 1718 in Böhmisch-Kahn; † 18. April 1810 in Hungertuch), der in der Residenz mit der Hausnummer 68 lebte. In den bisher erschlossenen historischen Quellen wird Josef Höhne erstmals anlässlich seiner Heirat mit Anna Maria Katze (* 11. Februar 1740 in Böhmisch-Kahn; † 3. Dezember 1778 in Hungertuch) am 19. November 1765 in Böhmisch Kahn als herrschaftlicher Jäger erwähnt. Für seine Dienste erhielt er jährlich folgende Bezüge von der Herrschaft:
Bezug
Menge
Bargeld
12 Florin (fl.)
Weizen
1 Scheffel (Str.) 2 1/2 Metzen
Korn
5 Scheffel (Str.) 1 Viertel
Gerste
3 Viertel 1 Metzen
Arbes (Erbsen)
1 Viertel 2 1/2 Metzen
Haber (Hafer)
3 Scheffel (Str.) 1 Viertel
Salz
36 Seidel
Weiches Holz
6 Klaftern
Hinweise
Der ‚Scheffel‚ (Str.), ein Volumenmaß für trockene Güter wie Getreide, war in der Landwirtschaft weit verbreitet. Die Größe eines Scheffels konnte regional variieren, lag aber in der Regel bei etwa 50 bis 56 Litern. Er diente der Bemessung der Ernte und war essentiell für Handel und Wirtschaft.
Das ‚Viertel‘ war eine Untereinheit des Scheffels, die oft im Kontext von Getreidemaßen genutzt wurde. Es half dabei, präzisere und kleinere Mengen als einen ganzen Scheffel anzugeben, was besonders im lokalen Handel von Nutzen war. Ein Viertel entsprach dem vierten Teil eines Scheffels.
Der ‚Metzen‘, eine weitere Untereinheit des Scheffels, entsprach dem vierten Teil des Viertels oder 16ten Teil eines Scheffels. Dieses Maß war besonders im Getreidehandel gebräuchlich, um kleinere Mengen zu messen.
Der ‚Seidel‚ war eine Flüssigkeits- und Getreidemaßeinheit, die je nach Region unterschiedlich groß sein konnte. Oft umfasste ein Seidel etwa 0,5 Liter.
Der ‚Klafter‚, wurde bei der Messung von Holz als ein Raummaß verwendet. Ein Klafter entsprach dem Rauminhalt eines Holzstapels mit einer Länge und Höhe von je einem Klafter (6 Fuß).
Der Begriff ‚Korn‘ ist grundsätzlich eine Sammelbezeichnung für alle Arten von Getreidekulturen, einschließlich Weizen, Gerste, Hafer usw. In einigen historischen Quellen stand „Korn“ wahrscheinlich für eine bestimmte, lokal vorherrschende Getreidesorte, die infolge nicht konkreter genannt wurde.
Podcast
Quellen
Rudolf Köhler: Das Einkommen der herrschaftlichen Angestellten zu Schönwald um die Mitte des 18. Jahrhunderts. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 14. Jahrgang, 1934, 1. Heft. Selbstverlag, 1934, S. 29f.
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In den nordböhmischen Grundbüchern ist das Wirtshaus in Pömmerle (tschechisch Povrly) erstmals ab dem Jahr 1594 verzeichnet. Zu dieser Zeit bestand der Ort aus 28 Häusern, wovon drei der Herrschaft Prießnitz und Blankenstein (auch Plankenstein; tschechisch Blansko) unter Rudolf von Bünau unterstanden. Das Wirtshaus mit der Hausummer 1 an der Elbe diente als Versorgungsort für die lokalen Untertanen sowie als Sammelstelle für die herrschaftlichen Abgaben.
Die Gastwirte, in den Urkunden als „Kretschmare“ bezeichnet, waren von einigen Verpflichtungen befreit, was auf ihre Sonderstellung innerhalb der hierarchischen Struktur der Leibeigenschaft hinweist. In den historischen Dokumenten werden unter anderem Mathias und Merten Höhne aus Haus Nr. 4 als Betreiber dieses Wirtshauses genannt.
Ihre Rolle beschränkte sich nicht nur auf das Gastgewerbe, sondern sie fungierten auch als Verwalter des herrschaftlichen Bier-, Wein-, Kaffee- und Fleischzwang. Das Gebäude diente als Lager- und Umschlagplatz für die herrschaftlichen Produkte. Einige Waren wurden in kleinen, der Herrschaft gehörenden Kähnen angeliefert. Die Bewohner der Ortschaften Nestersitz (tschechisch Neštědice), Wesseln (tschechisch Veselí), Mosern (tschechisch Mojžíř) und Mörkau (tschechisch Mírkov) waren verpflichtet, ihren Bedarf an Bier, Wein und Fleisch über das Wirtshaus in Pömmerle zu beziehen. Zudem waren die Bauern dieser Dörfer verpflichtet, ihr zum Verkauf bestimmtes Vieh zuerst dem Wirt anzubieten.
Nach einem Brand des Wirtshauses im Jahr 1729 wurde dieses durch die Herrschaft im Jahr 1730 wieder aufgebaut. Am 30. Juni 1736 erfolgte der Verkauf des Wirtshauses von dem Grafen von Carolin an Johann Georg Kündiger, einen Untertan der Herrschaft Prießnitz. Nach dem Verkauf fielen die Ländereien, die zum Wirtshaus gehörten, an den Hof in Mosern zurück.
Das Wirtshaus war zumindestens bis ins Jahr 1931 zuletzt als „Gasthaus zum Kreuzbach“ erhalten.
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Quellen
Klemens Schmidt: Die ehemals herrschaftlichen Gebäude in Pömmerle. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 11. Jahrgang, 1931, 4. Heft. Selbstverlag, 1931, S. 163.
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In einer Urkunde aus dem Jahr 1169 werden durch König Wladislaus II. umfangreiche Ländereien in Nordböhmen an das Hospital des Heiligen Johannes von Jerusalem (auch bekannt als Johanniterorden) verschenkt bzw. frühere Schenkungen bestätigt. Auf dem Boden dieser Ländereien entstanden später Orte, in denen u. a. die böhmischen Höhne-Familien lebten.
In dieser mittelalterlichen Urkunde erklärt der König seine ursprüngliche Absicht nach Jerusalem zu reisen, um das Heilige Grab und andere heilige Stätten zu besichtigen, was jedoch durch nicht näher beschriebene Umstände vereitelt wurde. Als Zeichen seiner Frömmigkeit und um sein Gelübde zu erfüllen, beschließt er, den Orden zu unterstützen. Er schenkt dem Orden zur Unterstützung der Armen und Kranken mehrere seiner Dörfer. Zusätzlich bestätigt er die Schenkung von weiterem Land und Freiheiten, die zuvor von seinem Vater, Herzog Wladislaus, an den Orden vergeben wurden. Der Text listet die spezifischen Dörfer und Ländereien auf, die geschenkt werden, sowie die Rechte, die dem Orden übertragen werden, wie das Recht zum Fischfang und zum Bau von Mühlen. Die von König Wladislaus II. von Böhmen verschenkten Dörfer waren Hodoois, Osoym, Plane und Cuhov. Zu den bestätigten Ländereien zählten:
Manetin – Dieses Gebiet erstreckt sich von der Grenze von Necstin bis zur Grenze von Plas, einschließlich des Flusses Manetin und der umliegenden Gebiete.
Lipe
Kahov mit Markt
Wescu – Ein Gebiet um den Fluss Manetin.
Cosodre – Ein Waldgebiet, sowie andere umliegende Wälder.
Borislaoe und Hriborici – Zwei Dörfer in der Provinz Belin.
Leuin – Ein weiteres Dorf, das auf Bitten seines Bruders Heinrich hinzugefügt wurde.
Ein spezifischer Wald nahe Olesnice, der für die Nutzung des Hospitals wichtig war, erstreckend sich bis zum Berg Hoogen und zum Fluss Lupuhce, weiter bis zum Dorf Camice und Procetin, dann bis Tesk und zum Roten Felsen, und schließlich entlang des Flusses Labuhe.
Zu den in der Urkunde genannten Zeugen dieser Schenkung gehörten mehrere hochrangige kirchliche und weltliche Würdenträger, darunter seine Ehegattin, die Königin Juditha, verschiedene Bischöfe, Äbte und Adlige. Der Text schließt mit der Bestätigung des Jahres der Schenkung (1169), dem 30. Jahr der Herrschaft Wladislaus‘ und dem 11. Jahr seiner Königsherrschaft.
Die mittelalterliche Urkunde aus dem Jahr 1169 wird durch Karel Jaromír Erben in seinem Werk Regesta diplomatica nec non epistolaria Bohemiae ac Moraviae (Urkunden- und Brief-RegestenBöhmens und Mährens) aus dem Jahr 1855 nach einer Abschrift der Urkunde im Mährischen Landesmuseum festgehalten.
Lateinischer Text der Urkunde
Der originale, in Lateinischer Sprache des Mittelalters verfasste Text lautet:
Wladizlaus rex Boemine donat villas quasdam hospitali ordinis S. Joannis Hierosolymitani (seu Melitensis). Notum facio et cetera, quod a primis principatus mei temporibus semper in voto habui Jherosolymam ire, atque sepulchrum dominicum et alia loca sancta vere videre. Quod et adimplere volui, quando cum imperatore Conrado in expeditione contra paganos processeram. Sed cum peccatis exigentibus, nescio quo dei judicio, proposita perficere prohiberer, ad propria reversus votum exsolvere atque Jherosolymam ire, ibique aliquantisper moram facere, rursum magis ac magis accendor. Quod cum Ramundo, tunc temporis magistro hospitalis Jherosolymitani, ceterisque fratribus ejus innotuisset, statim claves castri, quod vocatur Crat et est in confinio paganorum situm, per fratrem Benedictum mihi miserunt, ipsum castrum cum omnibus suis pertinentiis absolute mihi meisque sociis ad nobis serviendum offerentes, quamdiucunque intra illa manere vellemus. Quorum devotionem ac liberalitatem gratissimam ducens, simulque perpendens quanta in praedicto hospitali humanitatis obsequia impenderentur omnibus sepulchri dominici visitatoribus, sed praecipue, ut ex multorum relatione didiceram, pauperibus et infirmis: placuit mihi tantorum bonorum esse cooperatorem etc. Divino igitur actus instinctu, praedicto hospitali S. Johannis Jherosolymitani ad sustentamentum pauperum et infirmorum promisi et assignavi quasdam villas meas, quas vel pecunia mea juste emi, vel justis ambitionibus mutavi, vel aliis justis modis secundum judicium nobilium seniorum Boemiae legitime acquisivi, ut inde subsidium aliquod habere possent, donec divina favente gratia ego ipse praesens aliquid superaddere possem. Et hae sunt villae, quas dedi et fratribus praedicti hospitalis Jherosolymitani assignavi: quantum videlicet in circuitione juxta Plas, scilicet: Hodoois, Osoym, Plane, Cuhov. Praeterea, addo et confirmo possessionem eidem domui hospitalis, quam pater meus dux Wladizlaus contulerat meis cognatis Wratizlaw et Micus; sed eisdem brevi tempore raptis de medio, quae iterum in usum meum cesserat: Manetin, a meta Necstinensi usque ad metam Plasensium cum omnibus suis pertinentiis, videlicet Lipe, Kahov cum foro, Wescu cum fluvio Manetin, jacente usque ad Plas, libertatem omnimodam quidlibet faciendi, seu piscandi sive molendinam ponendi in eo fluvio, eis concedentes. Silvam quoque nomine Cosodre et alias silvas circumjacentes jure legitimo do; et confirmo duas villas in provincia Belinensi dictas Borislaoe et Hriborici, quae coronae meae adjacebant. Ad petitionem autem fratris mei Heinrici, addo eis villam nomine Leuin et silvam quandam usibus ipsorum necessariam, juxta Olesnice protendentem, in medium montem Hoogen ad fluvium qui dicitur Lupuhce et ad villam Camice et ad Procetin, deinde usque Tesk et tunc ad Rufum puleum et sic jacentem usque ad dictum fluvium Labuhe, ubi sumpsit initium. Testes, qui affuerunt et audierunt donationem et confirmationem supra dictarum possessionum, hii sunt: Juditha regina, uxor mea; Fridericus, episcopus Pragensis; Heinricus, abbas de Brevnov; Lambertus, abbas de Kladorub; Meinherus, abbas de Plaz; Olricus, praepositus Pragensis; Paulus, decanus; Geruasius, cancellarius et praepositus Wissegradensis; Martinus, praepositus Lutomericensis; Florianus, subcancellarius; Bohuslaus, camerarius; Groznata, castellanus de Cladzco; Zdezlaus, pincerna; Vitko, dapifer; Bleg de Trebusson; Bohuse barbatus et frater ejus Ratibor; Cstibor de Chis; Smil de Udrehe; Moiek venator de Belsk; et alii quam plures. Actum est hoc anno incarnationis domini MCLXIX, anno autem mei principatus XXX, regni vero mei XI, episcopatus autem d. Friderici Pragensis I.
Karel Jaromír Erben: Regesta diplomatica nec non epistolaria Bohemiae ac Moraviae., 1855
Deutsche Übersetzung des Textes
Der Lateinische Text aus der Zeit des Mittelalters lässt sich sinngemäß wie folgt ins Deutsche übersetzen:
König Wladislaus von Böhmen schenkt einige seiner Dörfer dem Hospital des Heiligen Johannes von Jerusalem (oder des Malteserordens). Ich mache bekannt usw., dass ich seit den Anfängen meiner Herrschaft immer den Wunsch hatte, nach Jerusalem zu gehen, um das Heilige Grab und andere heilige Orte wahrhaftig zu sehen. Diesen Wunsch wollte ich erfüllen, als ich mit Kaiser Konrad auf einem Feldzug gegen die Heiden zog. Doch aufgrund meiner Sünden, durch irgendein göttliches Urteil, wurde mir verwehrt, mein Vorhaben zu vollenden, und als ich zurückkehrte, entflammte der Wunsch, Jerusalem zu besuchen und dort eine Weile zu verweilen, erneut in mir. Als dies Raymond, damals Meister des Jerusalemer Hospitals, und seine Brüder erfuhren, schickten sie mir sofort durch Bruder Benedikt die Schlüssel zur Burg Krat, die an der Grenze zu den Heiden liegt, und boten mir und meinen Begleitern das Schloss mit all seinen Besitztümern uneingeschränkt an, solange wir dort bleiben wollten. Ihre Hingabe und Großzügigkeit sehr schätzend und gleichzeitig bedenkend, welche großen Dienste an Menschlichkeit im besagten Hospital für alle Besucher des Heiligen Grabes, besonders aber, wie ich von vielen hörte, für die Armen und Kranken geleistet werden, erschien es mir angebracht, Teilhaber solch großer Güter zu sein usw. Daher, durch göttliche Eingebung geleitet, versprach und übertrug ich dem besagten Hospital des Heiligen Johannes von Jerusalem zur Unterstützung der Armen und Kranken einige meiner Dörfer, die ich entweder mit meinem Geld gerecht gekauft, durch gerechte Verhandlungen getauscht oder auf andere gerechte Weise nach dem Urteil der edlen Ältesten Böhmens rechtmäßig erworben hatte, damit sie daraus Unterstützung erhalten könnten, bis ich selbst, mit göttlicher Gnade, persönlich mehr hinzufügen könnte. Und dies sind die Dörfer, die ich gegeben und dem besagten Hospital des Heiligen Johannes von Jerusalem zugewiesen habe: soweit sie in der Umgebung von Plas liegen, nämlich: Hodoois, Osoym, Plane, Cuhov. Weiterhin füge ich hinzu und bestätige den Besitz desselben Hospitals, den mein Vater Herzog Wladislaus meinen Verwandten Wratizlaw und Micus verliehen hatte; aber nachdem sie kurz darauf aus unserer Mitte gerissen wurden, was wieder in meinen Besitz überging: Manetin, von der Grenze von Necstin bis zur Grenze von Plas, mit all seinen Zugehörigkeiten, nämlich Lipe, Kahov mit Markt, Wescu mit dem Fluss Manetin, bis zu Plas, gewähre ich ihnen vollkommene Freiheit, alles zu tun, zu fischen oder eine Mühle in diesem Fluss zu errichten. Außerdem schenke und bestätige ich ihnen rechtmäßig den Wald namens Cosodre und andere umliegende Wälder; und ich bestätige zwei Dörfer in der Provinz Belin, genannt Borislaoe und Hriborici, die an meine Krone grenzten. Auf Bitte meines Bruders Heinrich füge ich ihnen das Dorf Leuin hinzu und einen gewissen Wald, notwendig für ihren Gebrauch, sich erstreckend nahe Olesnice, bis zum Berg Hoogen, zum Fluss Lupuhce, zum Dorf Camice und zu Procetin, dann bis Tesk und dann zum Roten Felsen, so gelegen bis zum besagten Fluss Labuhe, wo es seinen Anfang nimmt. Zeugen, die anwesend waren und die Schenkung und Bestätigung der oben genannten Besitztümer hörten, sind diese: Juditha, meine Frau, die Königin; Friedrich, Bischof von Prag; Heinrich, Abt von Brevnov; Lambert, Abt von Kladorub; Meinherus, Abt von Plaz; Ulrich, Propst von Prag; Paul, Dekan; Gervasius, Kanzler und Propst von Vyšehrad; Martin, Propst von Lutomerice; Florian, Unterkanzler; Bohuslaus, Kämmerer; Groznata, Burgvogt von Cladzco; Zdezlaus, Mundschenk; Vitko, Truchsess; Bleg von Trebusson; Bohuse der Bärtige und sein Bruder Ratibor; Cstibor von Chis; Smil von Udrehe; Moiek, Jäger von Belsk; und viele andere. Geschehen ist dies im Jahr der Menschwerdung des Herrn 1169, im 30. Jahr meiner Herrschaft, im 11. Jahr meiner Königsherrschaft und im 1. Jahr des Bischofsamtes des Herrn Friedrich von Prag.
Karel Jaromír Erben: Regesta diplomatica nec non epistolaria Bohemiae ac Moraviae., 1855
Literatur zur Urkunde
Der tatsächliche Grenzverlauf der Gebietsschenkung ist in der Literatur umstritten. Zum Zeitpunkt der Schenkung handelte es sich größtenteils um ein Waldgebiet. Viele der heutigen Ortschaften auf diesem Gebiet wurden erst nach der Schenkung durch Loktoren neu gegründet.
Mit dem tatsächlichen Grenzverlauf der Gebietsschenkung befasst sich bspw. die nachfolgende Literatur:
Emil Richter: Der Johanniterwald. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 15. Jahrgang, 1935, 3. Heft. Selbstverlag, 1935, S. 97 ff.
Podcast
Quellen
Wladislaus II. dux 1140-1158 rer Bohemiae 1158-1173. 1169. In: Regesta diplomatica nec non epistolaria Bohemiae ac Moraviae., Band I, Herausgeber Karel Jaromír Erben, 1855, Seite 143f.
Beitragsbild: fiktives, mit DALL·E 3 erstelltes Bild
Hinweise
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Im böhmischen Ort Gratschen (tschechisch Radešín) wurden im Juli 1929 auf dem Anwesen Gratschen Nr. 1 von Emil Höhne bei Grabungsarbeiten für einen Brunnen etwa 60 gleichartige alte Silbermünzen entdeckt. Die Münzen befanden sich in einem bemerkenswert guten Zustand, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise einmal vergraben wurden, um sie zu schützen oder zu verbergen.
Durch einen Herausgeber einer Münzzeitschrift, H. Wodiczka aus Budweis, konnten die Münzen als „Meißner Groschen„, genauer als „Schwertgroschen“ bestimmt werden, die gemäß der Münzordnung von 1456 geprägt wurden. Diese Münzbezeichnung lautet offiziell „Grossus March. Misnensis“.
Der Ausdruck „Grossus March. Misnensis“ ist aus dem Lateinischen abgeleitet und kann in folgende Bestandteile zerlegt werden:
Grossus: Dieser Begriff bezieht sich auf eine mittelalterliche Münze, bekannt als „Groschen“ im Deutschen. Ein Groschen war eine gängige Silbermünze in vielen europäischen Regionen während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.
March.: Dies ist eine Abkürzung für „Marchia“ oder „Mark“, die auf eine Grenzregion oder ein Grenzgebiet hinweist. Im mittelalterlichen Europa bezeichnete eine Mark oft ein Grenzgebiet oder eine Grenzprovinz.
Misnensis: Dies bezieht sich auf die Stadt Meißen in Sachsen, Deutschland. „Misnensis“ ist das lateinische Adjektiv für „aus Meißen“ oder „zugehörig zu Meißen“.
Zusammengenommen bedeutet „Grossus March. Misnensis“ also „Meißner Groschen“ oder „Groschen der Mark Meißen“. Es handelt sich dabei um eine Münze, die im mittelalterlichen Herzogtum Sachsen, speziell in der Region um Meißen, geprägt wurde. Der Meißner Groschen war eine bedeutende und weit verbreitete Münze in Mitteleuropa während des Mittelalters.
Durch die Bemühungen des Gendarmeriewachtmeisters Emil Dašatko in Aussig wurden 40 der gefundenen Münzen dem Aussiger Museum übergeben und dort ausgestellt.
Solche Funde sind für Historiker, Archäologen und Numismatiker von großer Bedeutung, da sie Licht auf historische Handelsrouten, Wirtschaftssysteme und soziokulturelle Aspekte einer Region oder eines Zeitraums werfen können. Der Münzenfund in Gratschen ist ein Zeugnis der Vergangenheit und bietet einen Einblick in die Münzprägung und Wirtschaft des 15. Jahrhunderts in der Region.
Podcast
Quellen
Mitteilungen: Münzenfund. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 9. Jahrgang, 1929, 3. Heft. Selbstverlag, 1929, S. 143.
im Text verlinktes Kartenmaterial des tschechischen Geoportals ČÚZK
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Hinweise
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Im böhmischen Ort Leukersdorf (tschechisch Čermná), wo der Lotharsteig die alte Poststraße kreuzt, wurde im Jahr 1863 von den Eheleuten Josef Franz Höhne (* 19. März 1825 in Leukersdorf; † 4. Dezember 1909 in Leukersdorf) und Agnes Höhne, geborene Rehn (* 24. November 1823 in Saara; † 14. November 1903 in Leukersdorf) aus Leukersdorf Nr. 18 ein steinernes Kreuz errichtet.
Nach einer historischen Überlieferung befand sich an genau dieser Stelle einst eine Kapelle, die als Arme-Sünder-Kapelle bekannt war. Die Kapelle hatte eine besondere Bedeutung, da verurteilte „arme Sünder“ hier ihr letztes Gebet verrichteten und ein Glas Wein zur Stärkung erhielten, bevor sie zu einer nahegelegenen Richtstätte am Hegerberg geführt wurden.
Im Laufe der Zeit geriet die Kapelle jedoch in Verfall. Deren Steine sollen im Jahr 1850 zur Konstruktion des Hauses Nr. 58 in Leukersdorf wiederverwendet worden sein. Bilder oder Statuen der Kapelle sollen sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Haus Nr. 27 in Leukersdorf befunden haben.
Quellen
Wenzel Plaschke: Sagen aus Leukersdorf. Von der Armen-Sünder-Kapelle. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig, geleitet von Prof. Dr. Franz Josef Umlauft (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. 7. Jahrgang, 1927, 3. Heft. Selbstverlag, 1927, S. 118 f.
im Text verlinktes Kartenmaterial des tschechischen Geoportals ČÚZK
Die im Text verlinkten Kirchenbücher sind Teil des tschechischen Státní oblastní archiv Litoměřice (Staatliches Gebietsarchiv Litomerice).
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